"Da Mathematiker stets in denselben Bahnen zu denken pflegen, haben sie das freie Feld der Gedan- ken in eine Art Gleissystem gezwiingt und sind so versucht, querlaufende Spekulationen zu vernach- liissigen. " (fames Clerk Maxwell im Jahre 1873 zu Herbert Spencer; vgl. Duncan 1908: 162) Es wird wohl niemand bestreiten, da die Entwicklung der modernen Wissenschaft ein wesentliches Moment der neueren Geschichte der Zivi- lisation bildet; die Wechselbeziehung zwischen den wissenschaftlichen Theorien und der Gesamtkultur wird jedoch nur selten genauer analy- siert. Die Faszination vieler technischer Errungenschaften hat in Ver- bindung mit der Schwerverst?ndlichkeit der wissenschaftlichen Aus- drucksform die Tatsache verschleiert, da Wissenschaftler viele der in Philosophie, Literatur und Kunst ma geblichen Ideen aufgegriffen haben oder zumindest davon beeinflu t wurden. Deshalb wollen wir hier einige Ideen, die in der theoretischen Physik des neunzehnten Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielten, untersuchen und sehen, in welcher Beziehung sie zu Str?mungen auf anderen Gebieten der Wissen- schaft und der Kultur stehen. Die in Wissenschaft und Kultur auftretenden Ideen k?nnen auf verschie- dene Weise miteinander verkn?pft sein. Es kommt vor, da eine Idee aus dem Bereich der Kultur in den der Wissenschaft ?berwechselt, wo sie bestimmte Theorierichtungen zu stimulieren, neue Experimente nahzulegen und zu neuen Entdeckungen zu f?hren vermag. Eben dies geschah mit dem aus der Romantik stammenden Gedanken der Einheit aller Naturkr?fte.
| Author: Stephen G. Brush |
| Publisher: Vieweg+teubner Verlag |
| Publication Date: Jan 01, 1987 |
| Number of Pages: 232 pages |
| Binding: Paperback or Softback |
| ISBN-10: 3528085029 |
| ISBN-13: 9783528085025 |