Die Familientherapie als psychotherapeutische Methode befindet sich Mitte der achtziger Jahre in der Bundesrepublik weiter in einer Expansionsphase. W?hrend das immer st?rker wachsende In- teresse an systemischen Betrachtungsweisen und therapeutischen Methoden von den einen euphorisch begr? t, gar als "kopernika- nische Wende" apostrophiert wird, bewerten kritische Beobachter den wachsenden Zustrom an Ausbildungsinteressenten bei den fa- milientherapeutischen Instituten unverhohlen als Modeerschei- nung. Diese Kritik beschreibt einen Zustand, den allerdings jede neue Therapierichtung im Laufe ihrer Entstehung und Ent- wicklung notwendig zu durchschreiten hat. In dieser Phase fin- den wir eine Vielfalt neuer therapeutischer Konzepte, eine Flut an Publikationen ?ber zugrundeliegende theoretische Modelle und Anleitungen zum praktischen famillentherapeutischen Handeln. Wir meinen, da gegen?ber diesem Reichtum an Grundsatzerkl?run- gen und an therapeutischer Enetgie in der Tat ein Mangel be- steht an Versuchen zur empirischen Absicherung dieser Modelle und des darauf aufbauenden Han .ln8. Eine wichtige Ursache des Defizits an begleitender Grundlagenforschung sehen wir in der Form der Institutionalisierung VOn Familientherapie in der Bun- desrepublik: An den Universit?ten aus historischen Gr?nden bis- her noch kaum etabliert, ist Familientherapie vor allem eine Sache der privaten Ausbildungsintitute - und deren Interesse liegt eben nicht bei Forschung, sondern bei Ausbildung.
| Author: Erik Nordmann |
| Publisher: Springer |
| Publication Date: Sep 01, 1986 |
| Number of Pages: 180 pages |
| Binding: Paperback or Softback |
| ISBN-10: 354016880X |
| ISBN-13: 9783540168805 |