Nahezu jeder von uns hat einen Begriff der Leistungsbeurteilung, der sich unmittelbar mit eigener schulischer Erfahrung verbindet: die Benotung. Benotung hei t dann ?berwiegend ein auf Schulf?cher und die eigene "Lei- stung" bezogenes Urteil einzelner Lehrerinnen und Lehrer, ausgedr?ckt in Zahlen, Ziffern oder den bekannten sechs Adjektiven, die Leistungsqualit?ten beschreiben sollen: sehr gut bis ungen?gend. In der reformierten gymnasia- len Oberstufe kommen seit Mitte der siebziger Jahre Bewertungen nach einem Punktesystem hinzu. In den meisten F?llen gibt sich die sch]llische Bewertung scheinbar "objektiv", dabei zw?ngt sie das Lernen und die Lei- stung des einzelnen vor allem in einen Vergleich zu den Mitsch?lerinnen und Mitsch?lern. Die Leistungsbeurteilung in der Schule ist in der Phase der Bildungs- reformen der 60er und der 70er Jahre heftig kritisiert und in ihrer Wirkung auf die Entwicklung des Schulwesens und seiner Erziehungs- und Unter- richtskultur diskutiert worden. Ans?tze zur Reform sind besonders in der Primarstufe mit dem teil weisen Ersatz von Ziffernnoten durch verbale Zeug- nisformen umgesetzt worden. Verbalbeuneilungen in der Sekundarstufe I sind auf wenige Experimentalf?lle beschr?nkt geblieben. Die Mehrheit aller schulischen Bewertungsvorg?nge wird weiterhin im Ziffernnotenspektrum abgehandelt. Dennoch bleibt die Debatte um den Ersatz der Ziffernnoten durch Verbalbeuneilungen eine Herausforderung f?r die Bildungspolitik. Das fordert unter dem Gesichtspunkt der Reformbed?rftigkeit und -notwendigkeit des Schul-und Bildungswesens die erziehungswissenschaftliche Forschung zur Stellungnahme heraus.
| Author: Silvia-Iris Lübke |
| Publisher: Vs Verlag Fur Sozialwissenschaften |
| Publication Date: Jan 30, 1996 |
| Number of Pages: 237 pages |
| Binding: Paperback or Softback |
| ISBN-10: 3810017035 |
| ISBN-13: 9783810017031 |