In einer Zeit, in der weltweit sozialer Wandel als radikal beschleunigt wahrgenommen wird, erschien lange Zeit allein die westliche Demokratie als normatives und institutio- nelles Unterpfand der Stabilit?t. Mit ihr schien in den rund zweihundert Jahren ihrer Geschichte die politische Form gefunden, in der sozialer Wandel besonders erfolgreich politisch verarbeitet werden k?nnte. Ihre weltweite Ausbreitung und faktische Univer- salisierung schien in diesem beschleunigten Wandel nur eine Frage der Zeit zu sein. Nach der Implosion des sowjetischen Herrschaftsmodells wirkten die verbliebenen un- demokratischen Regime nur noch wie vormoderne Relikte, die Idee alternativer und weltweit konkurrierender Entwicklungsmodelle politischer Gesellschaften verbla te. Drei Entwicklungen haben diese Selbstgewi heit in Politik und Politikwissenschaft in den letzten Jahren verunsichert. China, einige islamische Gesellschaften und andere kleinere Staaten machen keine Anstalten, die westliche Demokratie zu ?bernehmen. Vielmehr proklamieren sie in mehr oder weniger starker Auseinandersetzung mit westlichen Vorstellungen "eigene Wege" mit anderen normativen Priorit?ten und anderen kulturellen Grundlagen. In den westlichen Demokratien w?chst das Bewu tsein, da in dem alle anderen gesellschaftlichen Bereiche umkrempelnden schnellen sozialen Wandel eine Dynamik enthalten sei, die auch die bisher als stabil und "endg?ltig" gedachten Institutionen der westlichen Demokratien erfassen k?nnte.
Author: Michael Th Greven |
Publisher: Vs Verlag Fur Sozialwissenschaften |
Publication Date: Jan 31, 1998 |
Number of Pages: 343 pages |
Binding: Paperback or Softback |
ISBN-10: 3810020745 |
ISBN-13: 9783810020741 |