Mit dem Ende der Zeitzeug_innengeneration stellt sich dringender denn je die Frage, wie Erinnerung in der zweiten und dritten (und vierten) Generation nach der Shoah gestaltet werden kann. Wer kann bzw. darf erinnern? Und wie kann die M?glichkeit der Zeug_innenschaft transgenerationell weitergegeben werden? Wie kann von nicht-betroffenen Personen an die Shoah erinnert werden, ohne sich die Erinnerung von ?berlebenden und ihren Nachkommen anzueignen? In Anbetracht der These, dass Literatur ein m?gliches Medium des Bezeugens darstellt, werden in einer vergleichenden Analyse jeweils zwei Texte von Jenny Erpenbeck ("Heimsuchung" und "Aller Tage Abend") und Doron Rabinovici ("Suche nach M." und "Andernorts") betrachtet, wof?r Theorien der Zeug_innenschaft von Agamben ?ber Assmann, Margalit und Michaelis bis zu Baer und Laub sowie das Konzept der Postmemory , welches auf Marianne Hirsch zur?ckgeht, herangezogen werden. Es geht dabei gewisserma en auch um die Doppeldeutigkeit des Wortes Zeugen : (1) im Sinne von etwas bezeugen oder ein Zeugnis ablegen oder (2) im Sinne von (eine Genealogie) fortzeugen oder Nachkommen zeugen. Die im Theorieteil vorgestellten Diskurse werden in die literarische Analyse einbezogen und k?nnen so fruchtbar gemacht, aber auch erweitert werden. So lassen sich aus dem Vergleich der Texte allgemeinere Thesen hinsichtlich einer m?glichen Erinnerungskultur ableiten.
| Author: Laura Thyen |
| Publisher: Marta Press |
| Publication Date: Apr 17, 2018 |
| Number of Pages: 166 pages |
| Binding: Paperback or Softback |
| ISBN-10: 3944442741 |
| ISBN-13: 9783944442747 |