Was w?nscht ihr Sterbliche den Schmuck der grauen Haare, Als da ihr mit Verdru die letzten Lebensjahre, Vergessen, ungebraucht, im Weg der j?ngern Welt, Zur Last euch selbsten seyd, und vor'ges Gl?ck verg?llt; So wie ein alter Baum, von innen ausgezehret, Selbst keine Frucht mehr tr?gt, und andrer Wachsthum st?ret. Die Menschen, deren Werth im K?rper nur besteht, Empfinden diesen Schmerz, wenn seine Kraft vergeht; Der, den der Geist erhebt, wird bessers Gl?ck erfahren, Denn Geister altern nicht, sie reifen mit den Jahren. Die Nachwelt lernt von ihm der V?ter Unterricht, Und sieht, ihr Vorzug sey was mehr, als ein Gedicht, Das nur ein Buch erz?hlt. Ger?hrt durch sein Ermahnen H?rt ihn der Enkel Schaar, den Freund von ihren Ahnen. Wird dann noch seine Huld die Herzen an sich ziehn, Wird f?r sein eigen Gl?ck befreyt sich zu bem?hn, Er nur auf Andrer Wohl sich zum Vergn?gen denken: Ach! dann wird sein Verlust uns niemals sp?te kr?nken. So klagt man, theurer Graf, durch deinen Tod best?rzt, Da dir der Vorsicht Schlu dein Leben noch verk?rzt, Dir nicht das h?chste Ziel der Sterblichen verliehen; Doch w?rst du auch dahin, du schienst uns noch zu fliehen. Ich will mit schwacher Kraft nicht deinen Ruhm entweyhn; Horaze sollen nur f?r die M?cene seyn; Doch, r?hmet man an dir den Staatsmann und den Weisen, So strebt' ich, k?nnt' ich nur, den Menschenfreund zu preisen.
| Author: Abraham Gotthelf Kästner |
| Publisher: Culturea |
| Publication Date: Dec 15, 2022 |
| Number of Pages: 62 pages |
| Binding: Paperback or Softback |
| ISBN-10: NA |
| ISBN-13: 9791041900329 |